* Ein Schweineleben *

Veröffentlicht auf von xamantaos spotlight

* Ein Schweineleben *

 

Eberbach1

Als fünfzehntes Ferkel, innerhalb eines Wurfes wuchs ich, als Schwäbisch-Hällisches-Schwein, auf einer Schweinefarm auf. Weil ich der Letzte eines Geniestreiches war, gab man mir den Namen „15“. Als jüngstes und hungrigstes Mitglied lernte ich schon sehr früh das Spiel „Reise nach Jerusalem“ kennen und hassen. Es war kein Vergnügen, mit vierzehn weiteren Geschwistern, um 14 Zitzen, die der Nahrungsaufnahme dienten, wetteifern zu müssen. Mit dem Einsatz meines Rüssels musste ich den beschwerlichen Weg der Nahrungsfindung gehen. Ja, als Ferkel geboren zu werden, heißt nicht unbedingt, auch rosigen Zeiten entgegen zu gehen.

 

Als Sau zeigte Mutter, enorme Präsens. Mit ihren achtzehn Zentnern war sie der Blickfang des ganzen Stalles gewesen. Das hatte den Vorteil, dass man sie nicht suchen musste. Ihre Aufopferung uns gegenüber zeigte sie dadurch, dass sie Tag für Tag am Fresstrog hing, um uns die tägliche Milch zu sichern. Wenn der Trog leer war, suchte sie sich ein gemütliches Schlafplätzchen, um sich gehen zu lassen. Ab und zu kam auch Vater vorbei und versüßte Mutters kostbare Zeit. Es gab aber auch Tage, an denen Mutter nicht müde wurde. Dann erzählte sie aufregende Geschichten, über unsere Vorfahren. Ja BILDUNG wurde bei uns groß geschrieben. Eigentlich hatte ich eine schöne Ferkelzeit. Aber das permanente Ringen um Mutters Atemnot, bereitete mir Schwierigkeiten. Ich erinnere mich an eine besonders ergreifende Rede, über das Dasein von Schweinen. Sie begann mit den Worten:

 

Meine lieben Ferkel“!

 

Wir Schweine zählen zu den ältesten Weggefährten des Menschen. Seit Schweinegedenken leben wir in symbiotischer Brüderlichkeit, eng mit ihnen zusammen. Beide Schicksalsgefährten trafen zu Urschweins-Zeiten die einvernehmliche Vereinbarung, dass wir bis zu unserem Ableben von Menschenhand gefüttert werden. Im Gegenzug dürfen sie nach unserem Tode über unsere sterblichen Körper beliebig verfügen“.

 

Auf die Frage meines Bruders, wie lange denn Schweine leben?, antwortete Mutter so: „Gut das Du das fragst, 7. Die Antwort darauf findest Du im Tierschutzgesetz und in der Schweineverordnung. Sie sind aber im Moment nicht Gegenstand meiner Erzählung. Doch so viel kann ich Dir sagen, dass die körperlichen Belastungen mit dem Alter zunehmen werden. Dann werden wir auch nicht mehr tragbar sein. Nun lasst mich fortfahren und bitte keine Zwischenfragen mehr“.

 

Das Zusammenleben beider Spezies führte dazu, dass Menschen und Schweine sich immer ähnlicher wurden. Kluge Menschen behaupten sogar, dass es zwischen Schweinen und dem „Homo sapiens“ viel mehr Übereinstimmungen gibt, als es ihnen lieb ist. Das bedeutet, liebe Ferkel und gebt gut acht, dass wir keinen und ich betone, keinen Chromosomenvergleich scheuen müssen. Da wären, Größe und Physiologie unserer Organe, mit denen der Menschen, die beinahe identisch sind, erwähnenswert. Beide Spezies sind Allesfresser und leiden unter denselben Verdauungsprozessen“. Weitere Merkmale sind: ein hervorragendes Gehör- und Riechorgan, gute Geschmacknerven und der Besitz einer guten Gedächtnis- und Lernleistung. Doch das wird an uns am wenigsten geschätzt“

 

Fortsetzung folgt.     * Euer Pitti *

 

aug-okt-2010 041

° Xammis Fotos: in Eberbach am Neckar. ° ° °  °  

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P
<br /> Hallo Joachim, Danke! Du hast es richtig erkannt.<br /> <br /> <br /> Lg Pitti<br />
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J
<br /> Eine aufschlussreiche Geschichte. Hoffentlich kommt es einmal nicht dazu, dass die Schweine bestimmen, wie lange wir Menschen zu leben haben. Obwohl - einige Schweine bestimmen heute schon, wie<br /> lange Menschen, die nicht am Futtertrog stehen, zu leben haben. Es gibt wirklich viele Gemeinsamkeiten!!<br /> <br /> <br /> LG Joachim<br />
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