* Das Hausschwein *
...Fortsetzung von gestern.
* Das Hausschwein*
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„Diese Symbiose hat sich in Tausenden von Jahren so gefestigt, dass ein Leben ohne den anderen gar nicht mehr denkbar ist. Inzwischen sind wir Hoffnungsträger für die Menschen geworden, die unsere Hilfe bedürfen und darauf sollten wir Stolz sein. Man stellt beispielsweise, aus unserer Pankreas, ein human Insulin her, dass besonders für süße Menschen dringend benötigt wird. Auch mit unseren Schweineherzen konnten wir uns als Haus- und Hoflieferanten, für Transplantationskliniken, etablieren. Selbst unserer Haut, die zu Leder verarbeitet ist, wird zu Markte getragen. Mit unseren Borsten, die zu Bürsten oder Pinsel verarbeitet werden, wird lebhafter Handel getrieben“.
„Doch damit sind unsere Ressourcen noch lange nicht erschöpft. Mit unseren genetisch veränderten Körpern, die wir den Menschen selbstlos zur Verfügung stellen, haben wir uns unsterblich gemacht. Ich denke da an das genmanipulierte Muskelfleisch, das man uns mühsam angezüchtet hat und bei den Menschen auf den Tellern landet. Alle Teile unseres Körpers sind nicht nur verwend-, sondern auch noch genießbar. Ob sie Form von Fleisch- oder Wurstprodukte auf den Tisch kommen, spielt keine Rolle“.
„Was heißt das nun für den Umweltschutz? Ich will es Euch sagen. Unsere Körper sind für den Umweltschutz geradezu prädestiniert. Wir sind bis auf den Knochen zu recyceln - ähnlich den Menschen. Auch verwischen sich die Grenzen zwischen den Aspekten der Fortpflanzung. Je tierischer sie vonstattengehen, umso natürlicher erscheinen sie. Lasst mich nun langsam zum Schluss kommen, denn der Abendfraß steht vor dem Stall“.
„Es gibt auch noch viele Affinitäten im Gesamtverhalten zwischen den Spezies zu entdecken. Ich wage es kaum auszusprechen. Wir lieben die Geselligkeit und das Leben in Gemeinschaft - wie pünktliches Füttern und viel Saufen. Auch trockene Liegeplätze, nicht zu kalte, nicht zu warme oder beengte Schlafstellen, sollten es sein. Unsere Sensibilität lässt uns Gefahr und Tod spüren. Auch eine gewisse Musikalität kann man uns nicht absprechen, denn durch sie können wir uns prächtig entwickeln und zur Ruhe kommen. Nur in einem Punkt unterscheiden wir uns beträchtlich – wir sind treu und loyal“.
„Da ein Schwein auch nur ein Mensch ist, möchte ich noch ein paar Worte zu unseren schwachen Seiten grunzen. In diesen Punkten zeigen wir uns viel unbefangener als der Mensch und sind darum ehrlicher. Wir mögen weder Lärm, noch Stress. Was wir auch nicht brauchen, sind große Gruppen, in denen wir uns manchmal aufhalten müssen. Auch Faulheit, Bequemlichkeit und Schreckhaftigkeit und lässt uns den Menschen ähnlicher werden. Doch das ist kein Kompliment. Einer unseren schönsten Sünden ist, dass wir Bestechlichkeit mit Futter zeigen können, ohne dass man irgendwelche Repressalien zu erwarten hätte. Entgegen der Meinung, dass Schweine dreckig sind, möchte ich schon aufs Heftigste widersprechen. Das Suhlen im Dreck ist eine uns angeborene Verhaltensweise, die der Reinigung unserer Haut dient und bei hohen Temperaturen, die Körpertemperatur nicht nur senkt, sondern auch vor Sonnenbrand schützt“.
Fortsetzung folgt. * Euer Pitti *