Sunday, 3. june 2012 7 03 /06 /Juni /2012 06:46

 x + mMit einem Gruß von Charis (Interview mit einer Hexe  (1)) an Joachim:   

 

Das Hexencredo

von Doreen Valiente


Auf das Hexenrecht wirst du bauen

in wahrhaft Liebe und rechtem Vertrauen.

 

Lebe und lass alle anderen leben,
sei mäßig beim Nehmen und mäßig beim Geben.

Zieh den Kreis auf dreimal aus,
und halte alles Böse raus.


Die Sprüche werden wirksam sein,
wenn sie geschmiedet sind im Reim.

Die Augen sanft, Berührung zart,
erst hören, dann reden,

das sei deine Art.

Wächst der Mond, geh sonnenwendig,,

tanz und sing das Pentakel lebendig.

 

Doch heult ein Wolf beim blauen Eisenkraut,
geh der Sonne entgegen,

denn der Mond wird abgebaut.

Wenn der Göttin Mond im neuen Stand,
küss dann zweimal ihre Hand.

 

Achte den Vollmond und sei bereit,
für Sehnsucht im Herzen ist die richtige Zeit.

Lässt der mächtige Nordwind sich spüren,
streich die Segel und schließe die Türen.

 

Der Wind aus dem Süden bringt Herzen zum Glühen,
auch du kannst mit ihm in Liebe erblühen.

Neuigkeiten wird der Ostwind entschleiern,
erwarte und bereite dich vor auf das Feiern.

 

Hat der Wind aus dem Westen zu befehlen,
unruhig sind dann die wandernden Seelen.

Neun Hölzer sind für den Kessel gut,
brenn sie schnell, mit sanfter Glut.


Der Baum der Göttin ist weise und alt,
schade ihm und ihr Fluch ist dein Gehalt.

Erreicht das Jahresrad Walpurgisnacht,
brenne ihr Feuer, in voller Pracht.

 

Ist das Rad bei Jul arriviert,
dann zünde die Fackeln und Pan regiert.

Alle Pflanzen sollst du pflegen,
denn dies trägt der Göttin Segen.


Die murmelnden Wasser sind dein Gewissen,
wirf einen Stein und du wirst es wissen.

In deiner Not wirst du dich bewähren
und nicht den Besitz deiner Nächsten begehren.

Lass dich nicht mit den Toren ein,
sie bringen dich in falschen Schein.


Empfangen und Abschied mit Wärme gemacht,
dein Herz wird zum glücklichen Glühen gebracht.

Das Dreifachgesetz sei dein leitender Faden,
dreimal bringts Glück und dreimal den Schaden.


Wenn Missgeschick regiert dunkle Tage,
auf deiner Stirn einen Stern dann trage.

Die, die dich lieben wirst du nie betrügen,
sonst werden auch sie dich ins Antlitz belügen.


Zum Schluss noch acht Worte und da gilts,
schadet es keinem, dann tu was du willst!
x + m


Doreen Valiente (1922-1999)

- englische Okkultistin und Autorin, Mitbegründerin des neuheidnischen Wicca-Glaubens -

mehr:  link

 

 

von xamantaos spotlight - veröffentlicht in: Die Natur erobert zurück - Community: Was Menschen bewegt
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Saturday, 2. june 2012 6 02 /06 /Juni /2012 10:10

Am Pfingstmontag habe ich Charis kennengelernt, die sich als Hexe bezeichnet. Verabredung mit einer Hexe.

 

Nach einem Sparziergang im Wald und gegenseitigem Beschnuppern gingen wir in den "Schützenhof". Wir saßen uns bei Apfelsaftschorlen gegenüber, ich mit Block und Kugelschreiber. Die Athmosphäre war locker und herzlich.

Die Zettel mit den Fragen meiner Leser hatten wir beide vor uns liegen.

 

Ich überlegte, wie wir am besten anfangen. Charis schlug vor, einfach nach der Reihe jede Frage zu beantworten. So machten wir´s. Ich notierte mir ihre Antworten in Stichpunkten und schrieb später alles genau auf. Manchmal musste ich "Stopp" sagen, um beim Schreiben und mit meinen Zwischenfragen noch mitzukommen. Charis hat meinen Entwurf gelesen und der Veröffentlichung zugestimmt.

 

Die ersten Fragen hatte Joachim am 6.05.2012 gestellt:

1. Wie und wo lerne ich das Hexeneinmaleins?

2. Wie schafft eine Hexe das Doppelte an Arbeit an einem Tag?

3. Was tut sie intim das ganze Jahr über, wenn sie nicht in der Valpurgisnacht mit dem Teufel tanzt, etc.?

Charis lacht: "Das sind raffinierte Fragen vom lieben Joachim!

 

Zur ersten: Das Hexeneinmaleins können Sie bei unserem alten Meister Goethe nachlesen." Sie zitiert - und ich schreibe das Gedicht mit:

"Du musst verstehn!
Aus Eins mach Zehn,
Und Zwei lass gehn,
Und Drei mach gleich,
so bist du reich.
Verlier die Vier!
Aus Fünf und Sechs -
So sagt die Hex -
Mach Sieben und Acht,
So ists vollbracht:
Und Neun ist Eins,
Und Zehn ist keins,
Das ist das Hexen-Einmaleins!

 

So ist das Hexen-Einmaleins auf einen Punkt gebracht. Das Studium von Goethes Schriften, besonders Faust, ist für Hexenschüler Pflicht. Um das richtig zu verstehen, sollte Joachim eine Hexenmeisterin oder einen Meister finden und sich unterrichten lassen."

"Wie kann er denn so jemand finden?" hake ich nach.

"Wenn Joachim bereit ist, kommt eine oder einer von uns auf ihn zu.

Andererseits..." Charis zögert und sagt dann: "Der Herr Joachim weiss sehr, sehr viel. Er kennt Pflanzen und die Natur. Vielleicht kann er es selbst nicht richtig einschätzen, vielleicht aber doch. Zumindest lebt er einen Großteil unserer Regeln. Gewiss aber spielt er ein bisschen und will uns testen", fügt Charis hinzu.

Oha, der Jo! Der hat´s faustdick hinter den Ohren, denke ich. 

"Stimmt", sagt Charis.

"Hab ich was gesagt?" frage ich irritiert.

"Nein. Aber gedacht", grinst sie.

 

Charis drückt mir einen Zettel in die Hand. Ich schau kurz drauf. Ein Gedicht `Das Hexencredo´. "Für Anäis, den Jo, ich meine Joachim. Drucken Sie es in Ihrem Blog ab, bitte."

 

Wir gucken auf die Uhr. Es ist schon gut eine Stunde vergangen. Gerade mal hat sie mir die erste von vielen Fragen beantwortet. "Auf die zweite Frage kann ich ganz schnell antworten", sagt Charis. Ich lese: `2. Wie schafft eine Hexe das Doppelte an Arbeit an einem Tag?´

"Und? wie geht das?", frage ich die Hexe.

"Das wüsste ich auch gerne! Aber zu denen gehöre ich leider nicht." antwortet sie. "Mächtige Hexen oder Hexenclans machen es genau wie Firmenbosse oder Leute mit  viel Geld. Sie haben ihre Beschäftigten, Untergebenen, Roboter, Sklaven und Maschinen. Sie geben Aufträge, Befehle, lassen arbeiten und haben den Profit." 

"Sind das nicht manchmal die selben?"- "Ja, so ist es."

"Also Charis, zu denen gehören Sie nicht, sagen Sie. Zu welchen gehören Sie denn? Haben Sie besondere Fähigkeiten?"


Charis holt aus ihrer Handtasche Spielkarten. Oh nein, bitte kein Kirmestrick, denke ich. 

"Ziehen Sie drei bitte 3 Karten. Denken Sie dabei an etwas Persönliches, worüber nur Sie etwas wissen und stellen sie stumm eine Frage." Es sind Rommé-Karten, kein Tarot, sondern ein doppeltes Kartenspiel. Ich ziehe die Karo-Dame, die Kreuz-Dame und die Herz-Sieben. Sie sieht mich lange seltsam an. Charis schönes Gesicht wirkt auf einmal viel älter. Ihre Pupillen sind stark geweitet und glänzen wie Gold. Sie schaut auf die Karten, schiebt sie langsam auf dem Tisch hoch und runter, sieht mich wieder an. Stille. Ihre Stimme klingt dunkler... und sie sagt mir dann Dinge, die genau stimmen. Unheimlich, dass ich mich vor ihr fürchte. Woher weiss sie das? Sie ist eine Hexe!

 

Eine kurze Weile sitzt sie danach ruhig da. Dann sagt sie leise zu sich selber: "Vorbei. Ein Hauch. Vergessen."

Sofort ist sie wieder wie vorher. Erklärend zu mir: "In den Momenten mit den Karten sehe ich Dinge des Fragestellers, die Vergangenheit und etwas verschwommen auch die Zukunft. Um mich nicht selbst zu verstricken, sage ich am Schluss meine Rescue-Formel: `Vorbei. Ein Hauch. Vergessen.´ Damit schiebe ich das Gesehene weg. Wenn ich das nicht täte, würde ich verrückt werden. Man darf bei Magie nie, niemals vergessen, wie man wieder zurück kommt!"

 

  Wir unterhalten uns an diesem Abend noch sehr lange miteinander, verstehen uns gut, landen dann auch beim "Du". Ich erfahre viel über das Leben von Charis, der Hexe, Frau, Mutter. Und bekomme Antworten auf Joachims letzte Frage: `3. Was tut sie (die Hexe) intim das ganze Jahr über, wenn sie nicht in der Valpurgisnacht mit dem Teufel tanzt, etc.?´ und auf Betsys viele Fragen. 

Aber ich glaube, für heute langt es mal. Der Alltag ruft - oder sollte ich sagen "mein Alterchen", womit ich meinen Herrn Papa meine, der gerade angerufen und um eine Besorgung gebeten hat.

 

 Das Interview mit Charis geht noch weiter!


Ach ja, und dass ich NICHT in eine Zahnbürste, eine Mickey-Maus oder ein iPod verwandelt werde, das hat Charis mir versprochen. Sie könnte das ja mal an einer anderen Person demonstrieren, kichert sie.

von xamantaos spotlight - veröffentlicht in: Freunde der Nacht - Community: Mein Sprüch-Beutel
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Thursday, 31. may 2012 4 31 /05 /Mai /2012 19:39

Au weh, komme erst von der Arbeit heim - wir haben einen eiligen Großauftrag bekommen. Nun brauche ich ein bisschen Entspannung.

Möchte daher Erzählung über meine Bekanntschaft und das Interview mit Charis aufs Wochenende verschieben.

Bitte etwas Geduld, es ist ja schon Donnerstag Abend.

Aber eine kleine Entschädigung: 2 Fotos vom Treffpunkt, wovon ich gestern geschrieben habe (siehe voriger Artikel).

Die Tell-Eiche, ein Naturdenkmal in der Nähe des Rüsselsheimer Tierheims, und die Höhle unter Baumwurzeln.

WieseB

Übrigens habe ich für meinen anderen Blog für den 1. Juni allerhand vordatiert - ganz andere Themen, aber vielleicht interessiert es Dich ja - schau mal rein, würde mich freuen. - Ansonsten bis bald wieder hier!

Die Xammi

WieseH

von xamantaos spotlight - veröffentlicht in: Xammis Erzählungen - Community: Abreißkalender
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Wednesday, 30. may 2012 3 30 /05 /Mai /2012 18:21

Betreff: Interview

Treffpunkt: Tell-Eiche hinter dem Rüsselsheimer Tierheim.

Zeitpunkt: Montag, 28. Mai, 17:30 Uhr.

Bedingung: Alleine kommen. Keine Fotos - keine Filme - keine Stimmaufzeichnung - Notizblock in Ordnung.

Charis

 

Den Zettel mit den knappen Anweisungen in der Hand, der am Samstag nachmittag in unserem Briefkasten lag, stand ich eine halbe Stunde zu früh am angegebenen Treffpunkt. Dass die Tell-Eiche ein Naturdenkmal ist und wie ich da hin finde, hatte ich im Internet herausgesucht. Wären nicht ein paar Jogger unterwegs und Leute, die Hunde ausführen, und wäre kein sonniges Wetter gewesen, dann hätte ich es hier nicht alleine ausgehalten. Mir kommt diese Stelle ein wenig unheimlich vor, nicht sehr anheimelnd. Mag sein, dass es an dieser Verabredung liegt.

 

Es ist am Waldrand, hinter mir ist eine große Wiese mit Obstbäumen. Hier befindet sich der Parkplatz vom Gasthaus "Zum Schützenhof" und mein Auto. Rechts über einer Böschung ist die Autobahn. Stetig braust der Verkehr. Vor mir ist eine Weggabelung. Da steht die abgebrochene Eiche. Dahinter ist Wald und das Tierheim. Es hat einen sehr hohen Zaun, denn es beherbergt auf dieser Seite zwei Tiger.

 

Ich mache Fotos von der Eiche, neben der ein Baum mit interessant verdrehten Ästen steht. Dann entdecke ich eíne mit Gras überwachsene Wurzelhöhle. Ob darin ein Fuchs lebt? Die Kamera bringe ich ins Auto. Noch 10 Minuten bis 17 Uhr 30.

 

Eine Familie kommt lachend mit 4 Hunden an mir vorbei. Hübsche Menschen in sportlicher Kleidung. Mann, Frau und zwei Kinder haben je einen Hund an der Leine. Nach kurzer Zeit sind sie ohne Hunde vom Tierheim zurück, steigen ins Auto und fahren weg. Ich bin alleine hier.  

 

Wer ist diese "Charis" schweife ich im Gedanken ab. Ich bin ja immer neugierig, habe im Internet nach dem ungewöhnlichen Namen gesucht. Babyvornamen.de sagt, der Frauenname ist griechisch/jüdisch und heisst Dank, Anmut, Gnade, Liebreiz, Huld. Wikipedia zitiere ich: "Die Chariten (Χάριτες Chárites, Singular Charis) sind in der griechischen Mythologie Göttinnen der Anmut, die mit Aphrodite in Verbindung stehen und entsprechen in der römischen Mythologie den drei Grazien, gratiae."

Okay, das hört sich jedenfalls nicht wie  "böse Hexe" an. NOMEN EST OMEN sagten ja schon die alten Römer. In solche Gedanken versunken merke ich nicht, dass halb sechs schon vorbei ist. 

 

"Hallo Xamantao! Schön, dass Sie gekommen sind," klingt eine Stimme hinter mir. "Ich in Charis." Die Frau von eben streckt mir freundlich ihre Hand entgegen. Mann und Kinder sind ohne sie fortgefahren. Ich bin erleichtert. Sie wirkt ganz normal. Aber was hatte ich denn erwartet. EINE HEXE. 

 

Gespannt wie´s weitergeht? Morgen...

 

 

 

 

 

von xamantaos spotlight - veröffentlicht in: Xammis Erzählungen - Community: Mein Sprüch-Beutel
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Wednesday, 30. may 2012 3 30 /05 /Mai /2012 06:06

 


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Guck Dir mal dieses goldige Video an. Es ist spannend und witzig. Der Link: http://www.youtube.com/watch?v=v-DQoGxjjTA

 

Ob mein Dicker die Kälte Anfangs Mai überstanden hat? Die Ringelblumen in meinem Blumenkübel haben es  jedenfalls geschafft. Da ist Blüte an Blüte in gelb-orange.  
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¤ª“˜¨¨¯¯¨¨˜“ª¤....¤ ª“˜¨05Fünfpunkt

Derweil haben sich schon die ersten Blattlaussiedlungen etabliert. Eklig! Zu meiner Freude sehe ich aber in meinem Kübel mit den Margariten eine Menge Marienkäferlarven. Die werden hoffentlich den Blattläusen den Garaus machen. Hübsch sind sie nicht. Schau mal, die Larven: link.  Man ahnt es kaum, wie schöne Tiere es werden, wenn sie sich entpuppt haben.

von xamantaos spotlight - veröffentlicht in: Die Natur erobert zurück - Community: Abreißkalender
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